Liste jüdischer Geschäfte/Betriebe in Wien (März und April 1939)

Bestandsbezeichnung
Historischer Entstehungshintergrund
Listeninhalt
Informationsgehalt
Ersatzweise Informationsquellen
Erläuterungen und Anmerkungen

Bestandsbezeichnung

Österreichisches Staatsarchiv/Archiv der Republik
Bestandsgruppe: Zivilakten der NS-Zeit, 1938 bis 1945
Bestand: Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich, 1938 bis 1940
Teilbestand: Bürckel-Materie (Bürckel-Nachträge/„Bürckel rot“), 1938 bis 1940
Akt: Karton 1, Mappe 4.3: „Verwertung d.i. [der in] Judengeschäften befindlichen Warengegenständen“ [sic]

Historischer Entstehungshintergrund

Die vorliegenden Daten basieren auf einer Erhebung im März und April 1939 über jüdische Geschäfte und Handwerksbetriebe, die im Zuge des Novemberpogroms 1938 geschlossen und teilweise geplündert worden waren. Für die antisemitischen Ausschreitungen in Österreich trug Josef Bürckel als "Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich" und somit höchstrangiger nationalsozialistischer Funktionär die Hauptverantwortung. Es oblag ihm und seinen nachgeordneten Behörden die nationalsozialistische ‚Arisierungspolitik’ durchzusetzen.

Die Aktenbestände Bürckel-Nachträge und Bürckel-Materien umfassen alle Materialien, die in der Amtszeit von Josef Bürckel bis 1940 angefallen sind. Die entsprechenden Auflistungen finden sich im Österreichischen Staatsarchiv und wurden von vier der zehn Wiener Kreisleitungen der NSDAP erstellt. Die Aufforderung an die Wiener Kreisleitungen alle geschlossenen jüdischen Geschäfte und Handwerksbetriebe aufzulisten, hatte offenbar das Ziel, sich einen Überblick über die Zahl der betroffenen Unternehmen und etwaiger Warenlager im Erhebungszeitraum zu verschaffen.

Listeninhalt

Der Inhalt erstreckt sich auf acht, nach Bezirken getrennte Auflistungen von jüdischen Geschäften und Handwerksbetrieben in Wien, die im Gefolge des Pogroms vom 9. und 10. November 1938 zum Ziel antisemitischer Übergriffe und ihren Besitzerinnen beziehungsweise Besitzern gewaltsam entzogen wurden.

Informationsgehalt

Die Daten umfassen den Namen des Geschäftsinhabers beziehungsweise des Betriebes, die Geschäftsadresse und durchgängige Vermerke über das etwaige Vorhandensein von Warenbeständen. Ergänzt werden die Anmerkungen mit diversen Zusatzangaben seitens der Wiener Kreisleitungen der NSDAP. Angaben liegen den 1939 geltenden Bezirksgrenzen folgend zu den Wiener Bezirken Meidling, Hietzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring, Hernals, Währing, Döbling und Floridsdorf vor.

Ersatzweise Informationsquellen

Da die Daten hauptsächlich erzwungene Geschäfts- und Betriebsschließungen betreffen, die in den Kompetenzbereich der Vermögensverkehrsstelle im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit fielen, ist deren Aktenbestand aufgrund des höheren Informationswertes vorrangig als Ersatzquelle anzusehen.

Die von den Sammelstellen A und B zu Geschäfts- und Gewerbebetrieben in Österreich angelegten und in einer Steckzettelkartei zusammengefassten Erhebungsbögen sind hingegen von nachrangiger Bedeutung. Zum einen beinhaltet die Kartei in den meisten Fällen nur knappe Angaben über die Bestandsentwicklung des Betriebes (Liquidation, „Arisierung“ und Rückstellungsverfahren), zum anderen ist die Kartei im Österreichischen Staatsarchiv nicht öffentlich zugänglich.

Erläuterungen und Anmerkungen

Angesichts ersatzweiser Informationsquellen (Akten der ehemaligen Vermögensverkehrsstelle) sind die Daten aus den Listen als Erstauskünfte mit Zusatzhinweisen zu bezeichnen.

Informationen zur Datenbearbeitung: Liste jüdischer Geschäfte/Betriebe in Wien (März und April 1939)

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