Akten des Handelsgerichts Wien

Bestandsbezeichnung
Historischer Entstehungshintergrund
Akteninhalt
Informationsgehalt
Ersatzweise Informationsquellen
Erläuterungen und Anmerkungen

Bestandsbezeichnung

Archiv: Wiener Stadt- und Landesarchiv (MA 8)
Bestandsgruppe: Staatliche Gerichte, 1725-20. Jahrhundert
Bestand: Handelsregister Wien, 1863-20. Jahrhundert
Alte Bezeichnung des Bestandes: Handelsgerichtsakten, Register des Handelsgerichtes Firmenbuch Wien
Zeitraum: Stand 1937 (für 1938)

Kurzbezeichnung: Handelsregister Wien
Kurzform für die Aktenart: HR


Historischer Entstehungshintergrund

Protokollierte Firmen (siehe Abschnitt Akteninhalt) werden bei den jeweiligen Firmenbuchgerichten (in diesem Fall beim Handelsgericht Wien) im Firmenbuch (ursprüngliche Bezeichnung „Handelsregister“) öffentlich verzeichnet. Dasselbe galt für die protokollierten Firmen aus dem Jahr 1937, die im „Wiener Adreßbuch. Lehmanns Wohnungsanzeiger 1938“ verzeichnet und als Suchbehelf in das Findbuch aufgenommen wurden. Zu beachten ist, dass sich die Unterlagen zu Firmen, die vor 1939 gelöscht wurden, heute im Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA) befinden. Die Akten jener Firmen, die darüber hinaus Bestand hatten, wurden je nach Löschungsdatum oder ihrem Weiterbestehen, entweder ebenfalls im WStLA archivalisch verwahrt oder im Handelsgericht Wien behalten. Dieser etwas komplexe Umstand ergibt sich aus der Tatsache, dass es seit Kriegsende 1945 in der Zeit der Zweiten Republik zu weiteren Umschreibungen des Firmenbuches kam. Das Auffinden von Firmenakten mit der entsprechenden Firmenzahl aus dem Jahre 1937 ist daher in vielen Fällen mit einigen Hindernissen verbunden.


Akteninhalt

Anhand der Registerbände und Handelsregisterakten lassen sich wichtige Eckdaten, wie Firmenstandorte oder Eigentumsverhältnisse (außer bei Aktiengesellschaften) nachvollziehen. Im Handelsregister von 1937 ist das Firmenbuch in offene Handelsgesellschaften (A), Aktiengesellschaften (B), Gesellschaften mit beschränkter Haftung (C), Einzelfirmen (Einz.) sowie privatwirtschaftliche (Ges.) und gemeinwirtschaftliche Anstalten (Gen.) unterteilt. Diese Kurzbezeichnungen finden sich am Anfang der jeweiligen Buch- und Folionummern (Firmennummern) wieder.


Informationsgehalt

Für das Findbuch wurden die Firmenangaben in die jeweiligen Felder zu Geschäftsname, Geschäftstyp, Geschäftsadresse sowie die Aktenzahl übernommen. Details zu Gesellschafterinnen und Gesellschaftern oder Prokuristinnen und Prokuristen und so weiter fanden darin keine Aufnahme und sind somit dem jeweiligen Akt oder der Eintragung im „Wiener Adreßbuch. Lehmanns Wohnungsanzeiger 1938“ zu entnehmen. In den Handelsgerichtsakten (beziehungsweise Urkunden) sind darüber hinausgehend Korrespondenzen zwischen dem Unternehmen und dem Handelsgericht, Protokolle von Versammlungen, Bilanzen, sowie vereinzelt Listen von Gesellschafterinnen und Gesellschaftern oder Aktionärinnen und Aktionären enthalten.


Ersatzweise Informationsquellen

Die im Findbuch aufgelisteten protokollierten Firmen sind dem „Wiener Adreßbuch. Lehmanns Wohnungsanzeiger 1938“ entnommen. Dort sind sie alphabetisch und nach dem Protokollierungswortlaut verzeichnet. Informationen über Firmenenteignungen oder Firmenliquidationen finden sich in der Kartei und den Akten der ehemaligen Vermögensverkehrsstelle (im Österreichischen Staatsarchiv – ÖStA). Zu Entziehungen und Rückstellungsverfahren können auch die Akten nach der Vermögensentziehungs-Anmeldungsverordnung, die Rückstellungsakten der Finanzlandesdirektionen, die Akten der Rückstellungskommissionen, die Akten der öffentlichen Verwaltung [Wiener Stadt- und Landesarchiv (MA 8)] oder die Kartei „Erfassung Betriebe“ der Sammelstellen A und B (ÖStA) zu Rate gezogen werden. Anhand der Einträge im Gewerberegister (MA 63 beziehungsweise MA 8) kann eruiert werden, wer von wann bis wann im Eigentum einer Gewerbeberechtigung war und wo dieses Gewerbe ausgeübt wurde.


Erläuterungen und Anmerkungen

Da die im „Wiener Adreßbuch. Lehmanns Wohnungsanzeiger 1938“ angegebenen alten Buch- und Folionummern (Aktenzahlen) heute nicht mehr verwendet werden, ergeben sich bei der Aktenaushebung im WStLA einige Schwierigkeiten. Lediglich Akten von Firmen, die vor 1939 gelöscht wurden, sind unter diesen alten Handelsgerichts-Nummern verfügbar, da es 1939 zu einer Umschreibung der Aktennummern kam. Die alten Firmennummern dienen daher lediglich als Referenzzahl. Anhand der letzten Eintragung im jeweiligen Handelsregister und mit Hilfe des Journaldienstes im WStLA können die daran anschließenden Handelsregister A- und Handelsregister B-Nummern festgestellt und die Akten mit dieser Nummer im WStLA ausgehoben werden. Da es allerdings in der Folge zu einer weiteren Umschreibung auf die so genannten Firmenbuchnummern (FN-Nummern) kam, liegen die Firmenakten der weiterhin bestehenden Unternehmen beim zuständigen Handelsgericht. Hierfür müssen die Registerbände zu Handelsregister A und Handelsregister B im Handelsgericht Wien (Justizzentrum im 3. Wiener Gemeindebezirk) konsultiert oder die Firmenakten beim zuständigen Referenten im Handelsgericht Wien – abhängig vom Firmennamen – bestellt werden. Hilfestellung bietet der Journaldienst des WStLA an.

Informationen zur Datenbearbeitung: Akten des Handelsgerichts Wien

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